Studien rund um Ginkgo

Ginkgo Biloba rückt wegen seiner zahlreichen potenziellen Anwendungen zunehmend in den Fokus der Wissenschaft. Schon heute weisen zahlreiche Studien darauf hin, dass Ginkgo-Extrakte in Zukunft eine größere Rolle in der Therapie von Alzheimer, Asthma, Potenz- und Durchblutungsstörungen sowie Kopfschmerzen, Tinnitus, Arteriosklerose und Gedächtnisproblemen spielen werden.

Studie in Bezug auf Alzheimer & Demenz

Ginkgo-Extrakt wird zur Prävention und unterstützenden Behandlung von Alzheimer und anderen Demenzen eingesetzt; entsprechende Medikamente zählen nach der ATC-Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation zu den Antidementiva. Einer aktuellen Studie aus der Schweiz zufolge gibt es unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten keinen rationalen Grund gegen ihren Einsatz. Kressig (2015) nennt ein Ginkgo-Präparat dabei in einem Atemzug mit anderen Antidementiva, welche die Symptome der Demenz bekämpfen können. Der Forscher weist außerdem darauf hin, dass die Wirkung dieser Heilmittel nicht sofort eintritt, jedoch langfristig zu einem besseren Verlauf der Krankheit führen kann. Auch andere Studien kamen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Die Forscher Charemboon und Jaisin (2015) beschäftigen sich in ihrer Metaanalyse mit den möglichen Auswirkungen von Ginkgo-Präparaten auf die Entstehung demenzieller Syndrome, einschließlich der Alzheimer'schen Demenz. Sie werteten die Ergebnisse mehrerer Studien aus und fassten die Daten von fast 6.000 Probanden zusammen. Die Forscher konnten anhand dieser Daten keinen Vorteil der Gingko-Präparate gegenüber reinen Placebos feststellen. Allerdings weisen zahlreiche von ihnen gefundene Studien Mängel auf, die eine objektive Betrachtung erschweren. Auch die widersprüchlichen Befunde liefern jedoch keinen expliziten Grund gegen die zusätzliche Einnahme von Ginkgo-Wirkstoffen.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26058281

Studie in Bezug auf Tinnitus & Hörsturz

Ginkgo Biloba erfreut sich bei der Behandlung von Tinnitus und Hörsturz großer Beliebtheit. In einem Review von 2015 fassten Seidman und Ahsan die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Nutzen von Ginkgo-Extrakten bei Tinnitus zusammen. Dabei stellten sie einen möglichen Nutzen von Ginkgo fest. Da Ginkgo die Durchblutung fördert, könnte dieser Mechanismus die positiven Effekte verursachen, die sich in verschiedenen Untersuchungen zeigten.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26204362

Studien in Bezug auf Asthma

Eine chinesische Studie fand Hinweise auf die Effektivität von Ginkgo bei der Behandlung von Asthma. Die Wirkung wird den entzündungshemmenden Effekten des Ginkgo-Extrakts zugeschrieben (Chu, 2011). Eine andere Studie hob die summativen Mechanismen einer kombinierten Behandlung mit Gingko hervor (Haines, 2011).

Im Jahr 2012 untersuchten die Forscher um Yao die Wirkstoffkonzentrationen in Gingko-Pflanzen und kamen zu dem Ergebnis: Vor allem Blätter von jüngeren und von männlichen Bäumen weisen höhere Konzentrationen an Flavonolglykosiden. Diesen Wirkstoffen wird unter anderem ein anti-allergischer Effekt zugeschrieben, der sich auch auf asthmatische Erkrankungen potenziell positiv auswirkt. Zudem scheinen sie das Immunsystem zu aktivieren und zu einer verbesserten Abwehr des Körpers zu führen.

Eine Studie mit Kindern von Dalla Libera und Kollegen zeigte 2014, dass die Mehrheit der befragten Patienten komplementäre alternative Medikamente nutzten, um u.a. Asthma zu behandeln.

Links zu Studien:
http://www.mdpi.com/1420-3049/16/9/7634
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3431860/

Studie in Bezug auf Potenzstörungen

Auch zur Behandlung von Potenzstörungen diskutieren Mediziner den Einsatz von Ginkgo-Extrakten; experimentell und als alternative Ergänzung kommen sie bereits heute zum Einsatz. In einer Studie fanden Wissenschaftler Hinweise auf eine positive Wirkung des Ginkgos auf Erektionsstörungen. Sie schlussfolgerten daraus einen zukünftigen Nutzen von Ginkgo-Präparaten zur Erhaltung und Wiederherstellung der erektilen Funktion, auch nach Entfernung der Prostata (Wu et al., 2015).

Link zur Studie:
http://www.goldjournal.net/article/S0090-4295%2815%2900101-6/abstract

Studie in Bezug auf Durchblutungsstörungen

Der Ginkgo Biloba enthält sogenannte Flavonolglykoside. Dabei handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, den die Medizin schon seit langer Zeit einsetzt. Flavonoide verbessern die Durchblutung des menschlichen Körpers insgesamt und helfen dadurch potenziell bei einer Vielzahl von Erkrankungen. In ihrem umfangreichen Review, in dem sie eine Vielzahl von Studien zusammenfassen, weisen Diamond und Bailey (2014) auf eine positive Wirkung von Ginkgo bei Durchblutungsstörungen hin; dieser Effekt wurde von verschiedenen Studien bestätigt.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23538078

Studie in Bezug auf Kopfschmerzen & Migräne

Kopfschmerzen und Migräne gehören traditionell zu den Indikationen für Ginkgo-Extrakte; auch die Kopfschmerz-Forschung widmet ihnen zunehmend Aufmerksamkeit. In ihrer Zusammenfassung der aktuellen Datenlage bezeichnen D'Andrea und Kollegen (2013) diese komplementären Ansätze als sehr vielversprechend.

Eine italienische Studie beschäftigte sich mit Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern (Dalla Libera et al., 2014). Mit 64 % stellten die pflanzlichen Präparate die größte Gruppe der alternativen Behandlungsmethoden dar; unter diesen befanden sich auch Heilmittel auf der Basis von Ginkgo Biloba.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24867850

Studien in Bezug auf Arteriosklerose

Bei der Arteriosklerose lagern sich Blutfette in den Arterien ab; die Medizin bezeichnet das fortgeschrittene Stadium als Klaudikation. Diamond und Bailey listeten in ihrer wissenschaftlichen Publikation von 2013 die Klaudikation als Anwendungsgebiet des Ginkgo Biloba: Studien konnten wiederholt positive Effekte des pflanzlichen Heilmittels berichten. Ginkgo-Extrakt fördert den Blutfluss und setzt antioxidative und entzündungshemmende Prozesse in Gang. Der pflanzliche Wirkstoff verbessert auf diesem Weg potenziell die Gesundheit von Patienten, die unter Arteriosklerose leiden. Zahlreiche einzelne Studien stützen diesen Befund.

Darüber hinaus erforschten Jung und Kollegen (2012), wie ein Ginkgo-Präparat mit einem klassischen Arteriosklerose-Medikament gemeinsam wirkt. In ihrer Studie zeigten die Forscher im Tierversuch, dass diese Kombination Vorteile aufweist. Die Behandlung von Arteriosklerose ist also möglicherweise effektiver, wenn herkömmliche Medikamente mit Ginkgo-Extrakt kombiniert werden.

Links zu Studien:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23538078
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3366324/

Studie in Bezug auf Konzentrations- & Gedächtnisfähigkeit

Hinsichtlich der Effekte von Ginkgo auf Konzentration, Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung herrscht in der Wissenschaft noch Uneinigkeit. Während einige Studien keine Verbesserungen dieser kognitiven Fähigkeiten feststellen konnten, liefern andere Forschungsarbeiten Hinweise auf existierende Effekte. Zu dieser Erkenntnis gelangten auch Cooper und Kollegen in einem systematischen Review (2013). Ginkgo fördert die Durchblutung und könnte dadurch zu einer verbesserten Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns beitragen; dies wiederum hat eventuell gesteigerte Konzentration und Gedächtnisleistung zur Folge.

Weitere Studien berichten auch für gesunde Personen leichte positive Effekte auf die Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit (z.B. Franke et al., 2014).

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25214391

Studie in Bezug auf Depressionen

In einer offenen, randomisierten Pilotstudie des Universitätskrankenhauses Basel wurde die Wirksamkeit des standardisierten Ginkgo Biloba Extraktes EGb Li 1370 als adjuvante Medikation zu Trimipramin bei Depressionspatienten nachgewiesen. Patienten, die medikamentös mit trizyklischen Antidepressiva behandelt werden, leiden oft unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen, so dass eine zusätzliche Medikation erforderlich ist. Acht von insgesamt sechzehn mit Trimipramin behandelte Patienten erhielten zusätzlich 240 Milligramm des standardisierten Ginkgoextraktes EGb Li 1370 über einen Zeitraum von sechs Wochen. Bei ihnen konnte nachgewiesen werden, dass sich ihr Schlafmuster gegenüber den übrigen acht Patienten, die ausschließlich mit Trimipramin behandelt wurden, signifikant verbesserte. Das Durchschlafverhalten nahm zu, die Non-REM Schlafphase 1 und die Intensität der REM-Phasen (Traumphase mit starker Augenbewegung) nahmen ab, während die Leichtschlafphase 2 zunahm.

Link zur Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11302564

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